Grosskreutz sorgt für Happy-End im Krimi gegen Marseille

Posted on 12. December 2013Comments Off on Grosskreutz sorgt für Happy-End im Krimi gegen Marseille
Grosskreutz sorgt für Happy-End im Krimi gegen Marseille
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Borussia Dortmund steht im Achtelfinale der Königsklasse. Der BVB setzte sich am letzten Vorrundenspieltag mit 2:1 gegen Olympique Marseille durch und zog durch die gleichzeitige Niederlage des FC Arsenal sogar als Gruppensieger in die Runde der letzten Sechzehn ein.

Am letzten Champions-League Spieltag der Gruppe F gastierte Borussia Dortmund bei Olympique Marseille. Bei den Dortmundern wurde Nuri Sahin rechtzeitig fit und konnte demnach auflaufen; in der Innenverteidigung feierte der junge Marian Sarr sein Pflichtspieldebüt.

Bereits nach wenigen Minuten erzielten die Gäste das so wichtige Führungstor: Nach gutem, langen Ball in die Spitze von Durm setzte Lewandowski seinen Körper geschickt ein, tauchte so frei vor dem Tor auf und vollendete gekonnt per Lupfer (4.). Das frühe Tor gab den Borussen Sicherheit. Kontrolliert ließen sie das Spiel auf mäßigem Tempo laufen. Dann aber, nach Freistoß aus dem Halbfeld, erzielte Diawara nach Patzer von Torwart Weidenfeller aus Abseitsposition den schmeichelhaften Ausgleich (14.). In der Folge zeigten sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp stellenweise fahrig – das Niveau des Spiels sank nun deutlich. Marseilles Payet sorgte in Zusammenarbeit mit dem Schiedsrichter für den nächsten Höhepunkt: Gerade zurecht mit gelb belastet, fiel er theatralisch im Sechzehner nach – regelkonformer – Grätsche von Sahin. Die Entscheidung des Schiedsrichters: Schwalbe und damit gelb-rot. Eine extrem harte, aber durchaus vertretbare Entscheidung. Die Franzosen also mussten von da an in Unterzahl spielen.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs zeigte sich die Borussia ganz anders: Beinahe am Fließband produzierten die Schwarzgelben Großchance um Großchance. Gerade über den rechten Flügel brachen immer wieder Spieler nach geschickten Pässen in die Schnittstellen durch. Einzig in der jeweils letzten Aktion agierte der BVB schlampig. So etwa war der heute schwach spielende Mkhitaryan vollkommen durch und hatte ewig Zeit, um dem mitgelaufenen Lewandowski die sichere Führung aufzulegen. Der Armenier aber zögerte den entscheidenden Augenblick zu lange, um die Kugel dann in den Rücken des Stürmers zu spielen. Auch der Rückraum wäre vollkommen frei gewesen (46.). An diesem Bild sollte sich in der nächsten Zeit nichts ändern. Mit gefühltem Dauerballbesitz kreierte Dortmund Chance um Chance: Reus scheiterte nach schöner Kombination am Pfosten (57.) – die Dominanz blieb bestehen. Einige Minuten später dann erahnte Lewandowski einen schlechten Rückpass, umkurvte Torwart Mandanda – und vergab aus spitzem Winkel kläglich (67.). Nach wunderbarem Zuspiel vom eingewechselten Hofmann grätschte Reus hinein und schoss aus höchstens sieben Metern über das Tor (69.).

Mittlerweile führte Neapel im parallel laufenden Gruppenspiel – für die Dortmunder musste nun ein Sieg her und in der Folge wurde das Spiel zunehmend hektischer. Dann aber, als schon viele mit der Katastrophe rechneten, erlöste ausgerechnet Kevin Grosskreutz die Gäste: Nach Rückgabe des kurz zuvor eingewechselten Schieber schoss das Dortmunder Urgestein im Ausrutschen den Ball mehr schlecht als recht ins linke untere Eck. Die Erlösung!

Borussia Dortmund zeigte sich gegen aufopferungsvoll für die Ehre kämpfende Gastgeber mal wieder von seiner dramatischsten Weise: Zum Teil genialen Anspielen folgten unerklärliche Schlampigkeiten in den entscheidenden Situationen. Großchancen am Fließband wurden produziert – und dann fahrlässig liegen gelassen. Gegen viele Gegner in der Champions-League ginge so etwas definitiv schief. Dann aber doch noch das glückliche, aber hochverdiente Siegtor kurz vor Schluss.
Der BVB steht damit zum Abschluss der Gruppenphase nach der Niederlage des FC Arsenal sogar auf dem ersten Tabellenplatz und überwintert folglich in der Champions-League.