Bayer trifft auf französischen Scheich-Club

Posted on 6. February 2014Comments Off on Bayer trifft auf französischen Scheich-Club
Bayer trifft auf französischen Scheich-Club
bayer04.de

Im Achtelfinale der UEFA Champions League treffen Bayer 04 Leverkusen und Paris St. Germain aufeinander. Aus deutscher Sicht sicherlich, neben Schalke 04, eins der schwersten Duelle. Das “Projekt” Paris nimmt mehr Konturen an und dieses Jahr möchte man vor allem in der Champions League voll angreifen.

Paris, souverän Erster in der Gruppe C geworden, führt auch die französische Liga an. Seit dem Einstieg eines Scheichs hat sich die Erwartungshaltung in Frankreichs Hauptstadt erheblich vergrößert. Vor allem Top-Star Zlatan Ibrahimovic ist eng mit den gehobenen Ansprüchen verbunden. Dabei aber wird gerne übersehen, dass der Schwede bei weitem nicht der einzige namhafte Zugang der letzten Jahre ist. So spielt unter Trainer Laurent Blanc zum Beispiel der brasilianische Innenverteidiger Thiago Silva – von vielen als einer der besten Innenverteidiger der Welt angesehen. Und dann ist da seit dieser Saison natürlich auch noch Edinson Cavani. Mit bereits 13 erzielten Treffern ist der aus Uruguay stammende, bullige Stürmer bestens in Frankreich angekommen. Allerdings: PSG wird, zumindest im Hinspiel, auf seine Dienste verzichten müssen. Cavani verletzte sich zuletzt und fällt mindestens drei Wochen aus.

Bayer Leverkusen erwischte mit der Niederlage gegen den SC Freiburg einen etwas holprigen Rückrundenstart, konnte das darauf folgende Heimspiel allerdings knapp für sich entscheiden. International zeigte die Werkself in der Hinrunde schwankende Leistungen – größtes Hindernis scheint eine übertriebene Ehrfurcht vor großen Namen zu sein. So ließ man sich vom derzeit von Bestform meilenweit entfernten Manchester United regelrecht abfertigen.

Andererseits bewies Leverkusen in der Bundesliga eindrucksvoll sein Können gegen die Großen. Nur wenigen gelang es diese Saison, dem FC Bayern ein Unentschieden abzutrotzen. Trainer Sami Hypiä lässt ein 4-3-3 spielen, das sich perfekt dazu einigt, den Raum in der Defensive extrem eng zu machen, um dann pfeilschnelle Konter zu fahren. Vor allem Heung-Min Son findet so langsam in seine Rolle bei Leverkusen hinein und zeigte gegen Ende der Hinrunde regelmäßig sehr starke Leistungen. Hinzu kommt die Genesung des zuletzt lange verletzten Sidney Sams, der mit Son zusammen eine extrem konterstarke Flügelzange bildet.

Das Spiel gegen Paris St. Germain dürfte der Werkself also tendenziell liegen. Lässt man die Franzosen kommen, arbeitet konzentriert und engagiert gegen den Ball, so ergeben sich mit Sicherheit gute Kontersituationen. Dann kommt es darauf an, schnell umzuschalten – und in diesem Moment eben nicht zu viel Ehrfurcht zu zeigen. Auch bei einer defensiven Spielweise ist es in Kontersituationen erforderlich, mit einem Großteil der Mannschaft blitzartig weit aufzurücken. Es reicht einfach nicht, wenn die drei nominellen Offensivspieler das alleine machen müssen und das Mittelfeld nicht nachrückt. Gleichzeitig müssen jene Konter dann konsequent ausgespielt werden; oft besteht in einem solchen Spiel die Gefahr, die Dinge zu überstürzen. Das spiegelt sich dann zumeist in einer schlechten Chancenverwertung wieder. Schaffen es die Leverkusener aber, ihre Unsicherheit auf europäischer Bühne abzulegen, so sind sie für Paris ein außerordentlich unangenehmer Gegner. Man ist Zweiter der Bundesliga und hat sich national gegen die Großen keine Blöße gegeben – also: Brust raus, Bayer, kämpfen!