Bayern steht nach 1:1 Unentschieden gegen Arsenal im Viertelfinale

Posted on 12. March 2014Comments Off on Bayern steht nach 1:1 Unentschieden gegen Arsenal im Viertelfinale
Bayern steht nach 1:1 Unentschieden gegen Arsenal im Viertelfinale
AFP

Im Rückspiel der Champions League Begegnung des FC Bayern München gegen den FC Arsenal reichte den bayerischen Gastgebern eine durchwachsene Leistung, um dank eines 1:1 Unentschiedens in die nächste Runde einzuziehen.

Pep Guardiola erweiterte seine bereits bekannte Rotation dieses Mal auf die Defensive: Martinez begann innen für Boateng und Lahm spielte seit einiger Zeit wieder hinten rechts. Bei den stark ersatzgeschwächten Gunners besetzten unter anderem Özil und Podolski die Offensive. Des Weiteren ließ Arsene Wenger Arteta und den sonst eher auf dem Flügel beheimateten Oxlade-Chamberlain auf der Doppelsechs starten – eine durchaus offensive Herangehensweise. Tatsächlich setzen die Gegner Guardiolas zumeist auf ein defensiv stark besetztes und verdichtetes defensives Mittelfeld. So spielte Real Madrid in diversen Aufeinandertreffen mit Guardiolas FC Barcelona teilweise mit gleich drei defensiv orientierten Sechsern.

Zwar gelang den Gästen aus London keine so furiose Anfangsphase wie noch im Hinspiel, Bayern aber bekam ebenfalls nicht wirklichen Zugriff auf den Gegner. Zwar konnten die Gastgeber eine gewohnt erdrückende Ballbesitzquote aufweisen, kamen aber kaum zu wirklich zwingenden Aktionen im letzten Angriffsdrittel. Auch Arsenal kam nicht zu echten Chancen. Auffällig war vor allem Oxlade-Chamberlain, der seine Antrittsstärke gerade nach Ballgewinnen im Zentrum bestens ausspielen konnte. Insgesamt lässt sich konstatieren, dass die sehr offensive Ausrichtung im Zentrum es den Bayern interessanterweise keinesfalls einfach machte, sich durch die Mitte zu kombinieren. Im Gegenteil: Gerade Oxlade-Chamberlain machte auf recht ungewohnter Position ein sehr starkes Spiel.

Schließlich ging es 0:0 in die Halbzeit, beide Mannschaften hatten sich weitgehend neutralisiert, was aufgrund des 2:0 im Hinspiel natürlich für die Gastgeber aus München von Vorteil war.

Zur Pause musste Arsenal den unauffälligen Mesut Özil verletzungsbedingt ersetzen, stand aber etwas offensiver, attackierte bereits früher und setzte zuweilen effektiv schon die gegnerischen Innenverteidiger unter Druck. Das zeigte Wirkung bei nicht hochkonzentriert wirkenden Gastgebern. Das Spiel wirkte nun auf beiden Seiten etwas zerfahren – bis plötzlich, vollkommen aus dem Nichts, das 1:0 fiel: Ribery, dem die lange Verletzungspause eindeutig anzumerken ist und der recht unauffällig agierte, konnte Sagna stehen lassen und passte flach in die Mitte. Dort hatte die bis dato sehr sicher stehende Innenverteidigung den aus dem Zentrum einsprinteten Schweinsteiger überhaupt nicht auf dem Schirm. Der Mittelfeldspieler konnte den Ball sogar noch annehmen und hatte keine Probleme, den Führungstreffer aus leichter Rücklage zu erzielen. Womöglich machte sich hier zum einzigen Mal das Fehlen eines tatsächlich defensiv denkenden Mittelfeldspielers auf Seiten des FC Arsenal bemerkbar, da ein Solcher Bastian Schweinsteiger bei seinem Lauf in den Sechzehner wohl verfolgt hätte.

Kaum aber war der Führungstreffer geschossen, schien das Spiel entschieden, schlugen die Gäste in Person von Lukas Podolski zurück: Nach einem nicht wirklich sauberen Steilpass stand Phillip Lahm eigentlich bereits vor dem Angreifer, verlor dann aber – mutmaßlich durch einen Schubser Podolskis – das Gleichgewicht. So war der Weg für den ehemaligen Münchner frei – der Ausgleich durch einen linken Hammer ins kurze Eck.

Nun wurde es turbulent in der Allianz Arena: Die Gäste hatten Blut geleckt, gingen viel aggressiver und mutiger zu Werke. Und die Bayern? Wirkten teilweise etwas überfordert, machten ungewohnte Fehler im Spielaufbau und hätten durchaus in Rückstand geraten können. Am Ende aber konnten die Gunners ihre Drangphase nicht wirklich nutzen. In einer nun zerfahrenen und nicht wirklich hochklassigen Partie lief den Gästen zusehends die Zeit davon. So ist es auch kaum mehr als eine Randnotiz, das der emsige Arjen Robben nach einem Konter noch einen Elfmeter herauszuholen vermochte, den der gerade eingewechselte Thomas Müller verschoss. Ein Elfmeterschießen, so scheint es, sollten die Bayern in Zukunft nach Möglichkeit vermeiden.

Letztlich steht ein verdienter Einzug ins Viertelfinale der UEFA Champions League. Wie aber schon in der Gruppenphase im letzten Spiel gegen Manchester City offenbarten die Bayern, stets nach Führungstor in ohnehin guter Ausgangslage, Konzentrationsschwächen. Anders als derzeit in der Bundesliga werden diese Unzulänglichkeiten international aber deutlich härter bestraft. Und: Setzt ein Gegner die Münchner wirklich unter Druck, so wirken die keineswegs so unantastbar wie der Liga-Alltag suggerieren mag. Es scheint fast, als sei man es nicht mehr gewöhnt, auf richtige Gegenwehr zu stoßen, früh und zuweilen heftig attackiert zu werden. Um den Champions League Titel zu verteidigen, brauchen die Spieler von Pep Guardiola zuweilen noch etwas mehr Ruhe und Abgeklärtheit. Gerät die Mannschaft mal in einem Hinspiel in Rückstand, so darf auf keinen Fall das eigene Spiel durch zu viel Hektik zerstört werden.