Dortmund zittert sich mit einer 1:2 Heimniederlage gegen Zenit ins Champions League-Viertelfinale

Posted on 20. March 2014Comments Off on Dortmund zittert sich mit einer 1:2 Heimniederlage gegen Zenit ins Champions League-Viertelfinale
Dortmund zittert sich mit einer 1:2 Heimniederlage gegen Zenit ins Champions League-Viertelfinale
AFP

Nach dem starken 4:2 Auswärtserfolg gegen Zenit St. Petersburg reichte den Dortmundern im Rückspiel ein 1:2, um sich für das Viertelfinale der UEFA Champions League zu qualifizieren.

Wirklich gute Stimmung wollte nicht aufkommen bei Borussia Dortmund. Trotz abermals großer Verletzungssorgen ist man eine Runde weiter – zufrieden wirkte nach dem Spiel aber niemand. Kapitän Sebastian Kehl beschwerte sich sehr diplomatisch über einen Teil der Zuschauer und deren Unmutsäußerungen, Ur-Borusse Kevin Großkreutz formulierte nachher im Interview noch mal deutlich energischer. Trainer Jürgen Klopp, das Spiel über sehr gereizt, beinahe nervös wirkend, wurde noch in Beisein Oliver Kahns nach dessen in einer Kolumne geäußerten Kritik an Klopps Verbalkritik an Matthias Sammer befragt und schien eindeutig genervt. Insgesamt wirkt die Stimmung bei Borussia Dortmund momentan etwas angespannt.

Für die ersten Sorgenfalten sorgte in der 16. Minute Hulk: Nach starkem Zweikampf auf engem Raum zog er von rechts in die Mitte und drosch das Leder aus gut und gerne 25 Metern unhaltbar in die Maschen. Die Gastgeber hatten das Spiel bisher halbwegs dominiert, waren durch Aubameyang schon zu einer großen Chance gekommen. Nun also der 0:1 Rückstand. Und Zenit kam in der 37. Minute zur nächsten guten Chance, die Schatow allerdings aus spitzem Winkel vergab. So war es Sebastian Kehl, der in der 38. Minute nach schöner Flanke Schmelzers, aus dem Rückraum einlaufend, den Ausgleich köpfte. Für den Kapitän der erste Treffer in der Champions League überhaupt – wer weiß, was den Schwarzgelben dadurch erspart geblieben ist. So ging es mit 1:1 in die Halbzeit, die Gäste aus Russland hätten also noch mindestens drei Tore gebraucht. Neben Hulk zeigte sich vor allem Spielmacher Alex Witsel sehr stark, hatte viele Ballkontakte und war über die ganzen 90 Minuten für die Dortmunder nicht wirklich kontrollierbar.

In der zweiten Hälfte zeigten sich die Gastgeber auf Ruhe bedacht, ließen den Ball in den eigenen Reihen laufen, wirkten dabei allerdings nicht endgültig souverän, spielten teilweise unbedrängt nicht ganz erklärliche Fehlpässe – es war die Zeit, in der von den Gegengeraden jenes „Stöhnen“ vernehmbar wurde, das vor allem Kevin Großkreutz so verärgerte. Dann, plötzlich und vollkommen aus dem Nichts, erzielte der eingewechselte Rondon nach guter Flanke die erneute Führung der Russen.

Am Ende reichte es aber nicht für Zenit – zu schwer wogen die vier kassierten Treffer daheim im Hinspiel. Dortmund muss im Hinspiel des Viertelfinals auf den dann gesperrten Robert Lewandowski verzichten, der vom schwachen Schiedsrichter eine höchst fragwürdige gelbe Karte bekam. Dazu verletzte sich Marcel Schmelzer an den Adduktoren, wie schwer, das steht noch nicht fest.

Einen leichten Gegner gibt es in dieser Runde nicht mehr; verbessert sich Manchester United nicht, so ist der große Name aus der Premier League womöglich noch das dankbarste Los. Aber in erster Linie muss Borussia Dortmund dafür sorgen, die alte Leichtigkeit und Spielfreude zurückzugewinnen. Dazu würde aber auch mal ein klein wenig Glück mit den ganzen Verletzungen gehören.