Die Bayern spielen 1:1 Unentschieden gegen Manchester United

Posted on 2. April 2014Comments Off on Die Bayern spielen 1:1 Unentschieden gegen Manchester United
Die Bayern spielen 1:1 Unentschieden gegen Manchester United
AFP

Der FC Bayern München hat im Hinspiel des Viertelfinales der UEFA Champions League ein 1:1 auswärts gegen Manchester United geholt und damit gute Chancen auf ein Weiterkommen.

 Das erwartet einseitige Spiel war es nicht – sieht man einmal von den Ballbesitzverhältnissen ab. Tatsächlich präsentierten sich die Red Devils daheim keineswegs wie ein von sportlichen Krisen geplagter Verein. Aufopferungsvoll kämpfend, agierte die Mannschaft von Trainer David Moyes auch taktisch durchaus anspruchsvoll. Teilweise pressten die Engländer über das gesamte Feld, setzten dann selbst Manuel Neuer im Spielaufbau unter Druck. Meistens aber zogen sich die Gastgeber unglaublich weit nach hinten zurück, mauerten den eigenen Sechzehner zu. In diesen Phasen erinnerte die Partie an ein Handball Spiel, kreiste der Ball doch minutenlang um den Strafraum ManUs. Das lag daran, dass man sich nicht nur hinten einigelte, sondern auch das Zentrum zementierte und die Flügel halbwegs offen ließ. Die Verlagerungen an die Seitenlinie aber brachten den Bayern kaum Raumgewinn, da die Verteidigung derart tief stand, dass sie nur minimal seitlich verschieben musste. Des Weiteren zeigte sich die Aufbietung von Thomas Müller als Mittelstürmer als nicht passend. München hatte zu wenig Platz, verschleppte das Spiel zudem teilweise. So kamen meist hohe Bälle vom Flügel in den Sechzehner – wie gemacht für Mario Mandzukic. Doch der Kroate blieb zunächst ebenso auf der Bank wie Maro Götze. Als „falscher Neuner“ hätte der quirlige Neuzugang den wahnsinnig engen Raum gerade als Stärke nutzen und die behäbigen Innenverteidiger in unangenehme Situationen bringen können.

Kurioserweise hatte Manchester auch noch die größten Chancen in der ersten Halbzeit. Welbeck und Rooney sorgten nach langen Bällen immer wieder für Gefahr. Die mit Abstand größte Chance hatte Welbeck, der in der 39. Minute ganz alleine auf Neuer zulief, im Eins gegen Eins aber scheiterte. Der englische Stürmer versuchte es per Lupfer – Neuer jedoch blieb lange stehen und hatte keine Mühe, zu parieren. Es war allerdings nicht die einzige Situation, in der die Innenverteidigung der Bayern, vor allem aber Martinez, Schwächen zeigte.

Nach der Pause zeigte sich zunächst das altbekannte Bild. Dann aber, nach einer Ecke, köpfte Vidic zur 1:0 Führung ein. Spätestens jetzt stand das Old Trafford Kopf. Frenetisch peitschten die Fans ihre Mannschaft an und sorgten, gemeinsam mit den Gästefans, für Gänsehautstimmung.

Doch die Bayern hatten eine Antwort parat. Guardiola reagierte, brachte Mandzukic für Müller. Der Kroate konnte nur wenige Minuten danach eine Torbeteiligung für sich verzeichnen: Nach Flanke von Rafinha legte er gekonnt auf den heranstürmenden Schweinsteiger ab – nach perfektem Dropkick der Ausgleich!

Allerdings brachten es die Bayern nicht mehr fertig, das Spiel wieder vollkommen unter Kontrolle zu bringen, zeigten sich zuweilen etwas fahrig. Und so kam es noch zu zwei folgenschweren gelben Karten: Die eine sorgte dafür, dass Martinez im Rückspiel gesperrt ausfällt, die andere war für Schweinsteiger bereits die zweite im Spiel. So musste der Torschütze in der Verlängerung mit gelb-rot vom Platz. Ärgerlich, handelte es sich doch um eine Grätsche am gegnerischen Strafraum. Dabei spielte Schweinsteiger mindestens auch den Ball. Eine harte Entscheidung, die vor allem deshalb ärgerlich und unverständlich ist, weil Valencia zuvor für eine weitaus brutalere Grätsche ohne zweite gelbe Karte davonkam.

Alles in allem steht ein gerechtes Unentschieden: Trotz teilweise erdrückender Dominanz gelang es den Bayern kaum, wirkliche Großchancen zu erspielen. ManU dagegen verteidigte clever und leidenschaftlich, zeigte sich zudem in den wenigen offensiven Aktionen durchaus gefährlich – was auch am teilweise schwachen Abwehrverhalten der Innenverteidigung lag. Bayern München muss im Rückspiel ohne Martinez, Schweinsteiger und den verletzten Thiago auskommen. Allerdings hat man zuhause alles in der eigenen Hand. Die Engländer hingegen sind auf mindestens ein Auswärtstor angewiesen und können über 90 Minuten nicht so defensiv agieren wie vor allem in der ersten Halbzeit zuhause. Allerdings: Entgegen vieler Erwartungen dürfte das Rückspiel noch einmal richtig spannend werden!