Werden die Bayern ihrer Favoritenrolle gegen United gerecht?

Posted on 7. April 2014Comments Off on Werden die Bayern ihrer Favoritenrolle gegen United gerecht?
Vorschau Bayern gegen Manchester
AFP

Mit 1:1 trennten sich der deutsche und der englische Meister im Hinspiel des Viertelfinals der UEFA Champions League. Nun, daheim in der Allianz Arena, gilt es für den FC Bayern München, den hohen Erwartungen gerecht zu werden.

Mit einem Unentschieden hatten im Hinspiel wohl die Wenigsten gerechnet. Zu dominant traten die Bayern über die gesamte Saison auf, zu schwach dagegen die Red Devils. Dass ein 1:1 zuhause dann auch mehr oder weniger gefeiert wurde, sagt viel aus über die Erwartungshaltungen.

Im Rückspiel haben die Engländer keinen Heimvorteil mehr, sind zudem dazu verdammt, mindestens ein Tor zu erzielen. Den Gastgebern dagegen fehlen im Mittelfeld mit Bastian Schweinsteiger, Javi Martinez (beide gesperrt) und Thiago (verletzt) gleich drei wichtige Spieler. Natürlich lässt sich das kompensieren, angenehm aber ist es für den amtierenden Champions League Sieger natürlich nicht. Dazu kommt, dass ManU im Hinspiel auf eine enorm verengte Defensive setzte, nach vorne dann viel über lange Bälle kam. Das Bayern-Mittelfeld aus Lahm, Kroos und vermutlich Götze aber ist alles andere als kopfballstark. Das bietet den Gästen die Chance, so einen Großteil des Mittelfeldes zu überbrücken, den eigenen spielerischen Defiziten aus dem Weg zu gehen. Bayern hingegen muss den langen Ball entweder abgeben und sofort nach der Annahme attackieren oder aber es rückt stets einer der Innenverteidiger aus der Abwehr heraus, um den langen Ball zu verteidigen. Das wird, vor allem bei dem erwartet ballbesitzlastigen Spiel, oft schon auf Höhe der Mittellinie sein. Geht ein solches Duell jedoch verloren und der zweite Ball zum Beispiel an einen sprintenten Welbeck, so ergibt sich aller Voraussicht nach eine Eins gegen Eins Situation mit dem Torwart.

Und tatsächlich werden sich die Red Devils vermutlich zunächst hinten einigeln, die selbe Taktik wie im Hinspiel verwenden. Der eigene Sechzehner wird quasi mit Spielern gefüllt, das Zentrum vollständig zementiert. Den Bayern bleibt so entweder das sehr enge Spiel oder der Weg über die Flügel. Bälle von dort zu verteidigen, ist jedoch die größte Stärke der Abwehrrecken um Vidic und Ferdinand. Allerdings dürfte diesmal, anders als noch vor einer Woche, Mario Mandzukic von Beginn an spielen – das gibt den Gastgebern eine ebenbürtige Waffe im Luftkampf in die Hand.

Der FC Bayern erreicht mit einem 0:0 das Halbfinale und wird trotzdem das Spiel machen (müssen). ManU nimmt die Rolle als Außenseiter komplett an und ist damit ein ungemein unangenehmer Gegner. Für die Gastgeber wird es darauf ankommen, die eigene Konzentration über 90 Minuten lang aufrechtzuerhalten und mehr Großchancen zu kreieren als im Hinspiel. Gerade gegen derart dicht gestaffelte Teams wäre Thiago Gold wert. Allerdings fehlt auch den Red Devils ein ungemein wichtiger Spieler: Robin van Persie ist noch immer verletzt. Zuletzt musste auch Wayne Rooney angeschlagen pausieren. Hier ist allerdings damit zu rechnen, dass der Stürmer rechtzeitig fit ist.

Es wird Mittwoch also unerwartet spannend – und auch dieses Mal ein keineswegs leichter Spaziergang. Es müsste am Ende aus Sicht der Gastgeber aber mit dem Teufel zugehen, wenn dieses Spiel verloren geht.